Donnerstag, 3. Mai 2012

13 Uhr, Spätdienst.
Man kommt ins Dienstzimmer, trifft 6 Kollegen und ein heilloses Chaos an.
Nach endlosen Aufforderungen findet man sich zur Übergabe ein.
Ich schaue die Schüler an und denke, dass bei 4 Schülern wohl 2 mit mir im Dienst sein werden.
Zu schön, um wahr zu sein.
Ich bekomme eine einzige Schülerin, die einen Rückenschaden hat und nicht mehr als 5 Kilo heben darf.
Danke, für diese Gerechtigkeit.
Während der Übergabe hör ich aus allen Ecken nur : "das ist noch nicht erledigt, die Aufnahme muss noch ausgearbeitet werden, dann kommt gleich direkt die nächste,dass musst du noch machen,und das,kannst du noch,machst du noch und ach das auch noch.."
Ich schaue meine 5 Kollegen und denke mir nur: `sagt mir bitte, dass ihr mich verarschen wollt.´
 Meine aufkeimende Wut sieht man mir sicherlich am verkniffenen Gesicht an, darauf ansprechen tut mich aber keiner.
Nach der Übergabe höre ich eine Kollegin noch sagen: "das war heute wirklich ein entspannter Dienst!"

Meine Halsschlagader war vor Wut kurz vorm zerplatzen, leider(oder zum Glück), hatte sie dafür gar keine Zeit, weil direkt 2 Doktoren zur Visite kamen und auf mich einquasselten, eine Dame entlassen wurde und der nächste schon auf Station stand.

In den 30 sekunden, die man mal Zeit zum Luft holen hat, werfe ich einen Blick auf den Dienstplan und kann nicht fassen, was ich sehe.
Alleine diesen Monat 55 Überstunden, ab heute 16 Tage durchgehend Dienst und der Urlaub steht auch kurz vor der Streichung.

Ich sah mich auf Station um , wo 2 Angehörige schon wieder etwas wollten, 3 Leute zur Toilette schellten, ein Demenzkranker weg laufen wollte und dachte daran, was für ein wunderbares Gefühl es sein muss, meine Arbeitskleidung auszuziehen, das Krankenhaus zu verlassen und nie wieder kommen zu müssen....


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