Sonntag, 5. August 2012

Die lieben Privatpatienten

Spätdienst,
Station voller Pflegefälle und 2 Sterbenden,
Sonntag, nur zu 2 im Dienst. 

Frau S. zustand nach Oberschenkelhalsfraktur rechts. 

Frau S.ist eine typische Privatpatienten, wie man Sie sich vorstellt. 
Dies zeigte sie wieder eindrucksvoll in dieser Situation:

Fr.S.meldete sich im 15 Min.Takt auf die Bettpfanne.
Als sie das 5te Mal drauf saß, kam gerade der Krankenwagen zu uns und wir mussten einen Patienten in eine andere Klinik verlegen, der in einem extrem schlechten Allgemeinzustand war. 

Wir halfen den Feuerwehrleuten, den bettlägerigen Patienten auf die Trage zu legen, in der Zeit schellte Fr.S wieder, uns war es aufgrund oben geschilderter Situation nicht möglich, innerhalb von 2 Minuten zur Klingel zu gehen, da manche Sachen nun einfach vorgehen. 

Nach ca.4 Minuten war der schwerstkranke Patient verlegungsbereit und ich ging in das Zimmer von Fr.S, um sie von dem Steckbecken zu holen. 

Sie erwartete mich sofort mit lauten Gekreische, ich verstand nicht, was los war, holte sie vom Steckbecken herunter und fragte, was sie jetzt so störe. 
Sie rief vollkommen erbost, wie wir es wagen könnten, sie warten zu lassen, wir hätten ihre Blase nun vollkommen zerstört, aufgrund der langen Wartezeit, sie wolle Beschwerde gegen uns einreichen usw. 
Ich fragte sie, wie sie auf die Idee käme, dass ihre Blase zerstört seie, wo sie sie doch gerade entleert hätte. 
Sie gab mir darauf keine Antwort, es wäre halt so, wir würden die Leute hier kaputt machen, so darf man sie nicht
behandeln etc.

Sie meckerte ca.5 Minuten in einer Tour, bis es mir irgendwann zu bunt wurde und sie fragte, ob sie denkt, dass wir Pflegekräfte mit dieser Situation glücklich seien, dass wir uns die Hacken wund laufen, keine Pausen machen, ALLES für unsere Patienten tun und als Dank dann noch so von ihnen behandelt werden? 
Wegen 4 Min. Warten? 

Sie schien meine Worte gar nicht zu hören, sie besaß die Dreistigkeit, eine Patientin im anderen Zimmer anzurufen, die sich kannten& nun gemeinsame Sache gegen das böse Pflegepersonal zu machen. 
Der Dank war, den ganzen weiteren Nachmittag Lästerreien, nonstop klingeln und eine Beschwerde in
Schriftlicher Form von den beiden Damen.

Während diesem Kindergartentheater mussten wir anderen beiden, 19 andere Leute versorgen, 4 Leuten essen anreichen, die Küche machen, 19 Leute Bettfertig machen und versuchen, nicht selber einfach vor Erschöpfung umzufallen. 

1 Kommentar:

  1. Du musst deinen Beruf sehr lieben, um dir das auf anzutun...Ich hätte an deiner Stelle längst aufgegeben.

    AntwortenLöschen